Wissenswertes

Alles über den Stocherkahn

Die ursprünglichen Inhaltsseiten zu Boot, Geschichte, Rennen, Fahrschule, Saison und Pegelstand sind hier als eine zusammenhängende Wissensseite gebündelt.

Grundlagen

Stocherkahn kompakt


Ein Stocherkahn ist ein Flachboot, das mit einer Holzstange (in der Regel aus Fichte) vom Grund des Gewässers (Fluß, Bach, See etc.) abgestoßen wird. Damit sie dort auch auf dem in Tübingen meist kiesigen Grund stecken bleibt und wegen ihrem Auftrieb nicht abhebt, ist an ihrem unteren Ende ein Stahlrohr aufgepreßt, das mit einer Stahlspitze versehen als Gegengewicht angebracht ist, der sog. "Schuh" (so sieht er aus). Die Bootsform ist die eines Nachens / einer Zille.
Stochern ist weltweit sicherlich die häufigste Fortbewegungsart in Flachgewässern. Ein Boot und eine Stange Holz, mehr ist nicht notwendig.

Die Möglichkeit, auf einem Fluß quasi mitten durch die Stadt zu stochern und dabei ihre schöne Kulisse zu genießen, gibt es in Europa nur in Tübingen, Cambridge und Oxford. Wer nach Neuseeland reist, kann in Christchurch ähnliches erleben. Nirgendwo aber sind die Kähne, die man dort antrifft, so groß wie in Tübingen. Unsere Kollegen im Spreewald haben ebenso wie wir exzellente Stocherer und hinsichtlich der Zuladung noch größere Kähne als wir hier (außer dem legendären "Friedrich Hölderlin", einem Eigenbau des Verfassers dieser Zeilen, der bei einer Länge von 10,85m bis zu 44 Erwachsene faßte), da sie aber nicht in einem Stadtgebiet fahren, bleibt das deutschlandweit unbestreitbar unser Alleinstellungsmerkmal.

Ein Stocherkahnfahrer ist kein Gondoliere, die ruddern nämlich. Noch ein übliches Vorurteil soll nicht ausbleiben, an dieser Stelle kommentiert und möglichst ausgeräumt zu werden: Man hält sich für Kenner, wenn man auf dem Neckar "o sole mio" singt, dieses Lied ist Venedig, wie es leibt und lebt. Selbstverständlich klingt es gut gesungen auch in Tübingen mehr als gut, aber es hat leider mit Stocherkähnen absolut nichts zu tun. Venezianische Gondeln mit Stocherkähnen in einem Satz zu nennen, kann nur jemand, der sicher ist, Äpfel und Birnen seien identisch. Gondeln sind hochkomplizierte Bootsformen, asymmetrisch gebaut, sowohl Vortrieb als auch Steuerung haben mit stochern nicht die geringste Verwandtschaft und – ganz nebenbei ...stochern wäre in Venedig die falsche Wahl, jede Stocherstange würde tief im Schlick versinken. 

Bis ins Jahr 1899 nutzten Flößer den Neckar, um Holz vom Schwarzwald bis nach Holland zu transportieren. Danach wurden immer mehr Stauwehre gebaut, um die ständige Hochwassergefahr in den Griff zu bekommen, kein Floß konnte solche Hindernisse überwinden und eine Tradition starb aus.

Des Einen Freud', des Anderen Leid:
Durch den Bau des ersten deutschen Brückenwehrs in Tübingen (1905), das den Neckar um Meter aufstaute und ihn im Stadtbereich befahrbar machte, wurde die Möglichkeit geschaffen, Stochern zum Zeitvertreib zu nutzen, ohne ständig der launischen Strömung und den wechselnden Wassserständen ausgesetzt zu sein. Diese Nische entdeckten sofort die Studentenverbindungen und bald legte sich jede mindestens einen Kahn zu und nutzte den Neckar für allerlei Freizeitvergnügungen und Gaudi. Gerne wurden auch interne Feindschaften auf dem Neckar ausgetragen – als das Stocherkahnrennen ausgedacht wurde (ein Bild von uns 2008) war ein einigermaßen sportlicher Rahmen dafür gefunden.

Heute haben auch viele Fachschaften, Institute, Vereine und Privatpersonen eine Nummer, die sie berechtigt, einen Stocherkahn legal auf dem Neckar zu nutzen, die Begründer sind zahlenmäßig und auch optisch in den Hintergrund getreten, wie es leider oft so ist.
 

Grundlagen

Was ist ein Stocherkahn?

Unser aktueller Stocherkahn und sein Kollege am Steinlach-Hafen
Ein Stocherkahn ist von der Bauform einem Weidling sehr ähnlich, vor garnicht so vielen Jahren war das klarer zu erkennen. Laut dem vorher verlinkten Wikipediaartikel ist das vermutlich die älteste Bootsform überhaupt.
Er besteht aus einem flachen Boden und den ebenso planen Seitenwänden, die je nach Hersteller der Kähne, die es in Tübingen gibt, einen Winkel von bis zu 80° zum Boden haben können, gemessen von außen, von innen ergo 100°. Von diesem Winkel abhängig ist seine Stabilität, bzw. wie er im Wasser liegt, steilere Seitenwände machen ihn kippeliger.

Bug, Heck und Boden sind nach innen gekrümmt und an einem (in der Regel aus Hartholz bestehenden) abschließenden Block an Bug und Heck verschraubt. Die ganze Konstruktion ist durch Spanten versteift, deren Zahl je nach Bootsbauer variiert.


Das Baumaterial ist traditionell Holz, während neuerdings auch erste Versuche in Aluminium auftauchen. Die meisten sind aus Fichte, die langlebigeren aus Eiche und Lärche. Diese Holzart verbaut ein junger Bootsbauer und beschreitet erfreulicherweise mit seiner Bauform zunehmend den Weg zurück zum Weidling, wie es scheint. Für Mitfahrer legt man Sitzbretter quer über den Kahn auf den sog. Sitzbrettleisten auf und steckt auf beiden Seiten Lehnbretter ein, die von einer weiteren Leiste unterhalb der Sitzbrettleiste am Wegkippen gehindert werden. Man sitzt sich also gegenüber und mit dem Rücken zur Bordwand.

Der normale Kahn hat eine Länge von ca. 7m bis knapp 11m. Die maximal mögliche Länge wird von der minimalen Breite des Neckars vorgegeben und kann 11m nicht überschreiten, weil dann das Umdrehen an jeder beliebigen Stelle nicht mehr möglich ist. Schon mit etwa 11m schaffen das nur höchstens die Besten an der schmalsten Stelle neckarabwärts ohne Uferberührung. Die Breite ist wegen der üblichen Bauform eine Funktion der Länge und überschreitet selten 1,60m, solche Kähne fassen bis zu 26 Personen und sind Ausnahmen. Das Gewicht kann bei den großen Vertretern der Gattung bis zu 400kg gehen, am Ende der Saison sogar höher. Der Kahn mit der höchsten Zuladung (bis 44 Erwachsene) trug die Nummer 9,  hieß Friedrich Hölderlin und war ein Eigenbau des Verfassers (Siehe weiter unten).

Um stochern zu können, benötigt man eine Stocherstange. Zu diesem Zweck kommen bei uns schlanke (weil schnell hochgewachsene),  gerade und möglichst leichte Fichtenstämme mit wenigen Astkränzen zum Einsatz, die so abgehobelt werden, daß man sie umgreifen kann, daß man Fingerschluß erreicht. Einschließlich Stahlspitze, die man hier Schuh nennt, kann eine Stange zwischen 5-10 kg wiegen und durchaus 8m Länge erreichen - üblich sind eher kürzere, so um die 6-6,5m.
Versuche mit Surfmasten gab und gibt es, aber gegen das nachwachsende Holz haben Kunststoffe glücklicherweise keine Chance - was bei deren Abrieb in die Finger des Stocherers eindringt, dürfte mit einem Holzsplitter in der Langzeitwirkung nicht zu vergleichen sein.

Auf einer Runde, deren Länge Hölderlinturm-Hölderlinturm ziemlich genau 2 km beträgt, schiebt der Stocherer den Kahn plus Inhalt (also bis zu weit über 2 Tonnen ca. einen halben Meter Höhenunterschied hoch) und holt die Stange über 100x bis zur Senkrechten aus dem Wasser. Freunde des Rechnens können über diese Angaben näherungsweise die tatsächlich geleistete Arbeit herausfinden, sie ist erstaunlich und nicht umsonst gelten Stocherer seit jeher in Tübingen als extrem fitte Typen!


Das Bild zur linken zeigt den Stocherkahn Friedrich Hölderlin und dessen Konstrukteur "unserem Bena". Dieser Kahn konnte einst bis zu 44 Personen transportieren, galt jedoch trotz der enormen Ausmaße nicht als Gigaliner, da er vorwiegend für Buchungsfahrten genutzt wurde, bei der es nur den Preis "Kahn + Fahrer gab ...egal wieviele Passagiere es werden sollten.

Ausgestattet mit allerlei technischem Schnickschnack diente der Friedrich Hölderlin auch als Studie dessen, was heute möglich ist – als Mischung aus Tradition und Moderne, als eine Superlative aus einem Glasfaser-Holz-Verbund, höchstem Comfort und durchdachter Sicherheit, sowie als Nebeneffektt eine ausgezeichnete Manövrierbarkeit. Zeitweise war seine Stange mit Kohlefaser ummantelt, an Bord gab es eine LED-Beleuchtung, Batterien und eine Pumpe für Regenwasser. Die Laufflächen waren rutschfest und allgemein wurden viele Dinge im Lauf der Zeit weiter optimiert, um dem Vorbild eines vielseitigen Dichters näher zu kommen. Nach acht Jahren im Betrieb wurde er am Anfang des neuen Jahrtausends ausgemustert. Seine einstige Größe bleibt eine Legende für sich, sein Fahrer "der Neckartarzan" sowieso. Ein neuer Kahn soll nun gebaut werden, zwar nicht so groß, aber mindestens genauso herausragend.  

Tradition

Geschichte und Nachdenkliches

Oder: Vom Transportmittel zur Freizeitbeschäftigung und zurück


Kein Betrieb am Hölderlinturm vor 80 Jahren!


Ursprünglich war der Stocherkahn, schon durch die rustikale, schnörkel- und anspruchslose Bauweise sichtbar, schlicht eine schwimmende Arbeitsplattform für Fischer, für Fährleute usw. und folglich ein Transportmittel.Das konnte in Tübingen natürlich nicht so bleiben, sowas verwenden war vorstellbar, aber in einer Stadt, in der die Ideen nie ausgehen, wo sich studieren und Feste feiern ungleiche Kämpfe liefer(te)n, die das studentische Motto "gaudiamus igitur" stets für sich entschied, war eine spaßigere Nutzung Bedingung.

Die Zeit kam allerdings erst dann, als sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die teilweise lange vorher gegründeten studentischen Verbindungen entschlossen, den Tübinger Weingärtnern bevorzugt auf dem Österberg und auf dem Schloßberg günstige Grundstücke abzukaufen, um auf ihnen eigene Häuser zu bauen ("Haus" ist zwar der Terminus, teilweise trifft aber eher Schloß zu), ab da war der Stocherkahn nicht mehr fern und er kam auch.


Man brauchte weder die an den ältesten Kähnen noch vorhanden gewesenen Ruderdollen, noch den Mastfuß für Segel (was darauf hinweist, daß man Nachen bevorzugte), baute eine Standfläche am Heck ein (die Stocherplattform) holte sich von einem Wagner eine Holzstange, versah sie mit einer Stahlspitze, gab sie dem auf der Stocherplattform und überließ ihn seinen Lernprozessen, mit dieser primitivsten aller Steuerungen zurecht zu kommen. Fertig war ein uriges Freizeitvehikel mit Spaßfaktor, da es von Anfängern recht schwierig in den Griff zu bekommen war - was sich bis dato und ohne Anleitung, die einen aufmerksamen Zuhörer findet, nicht geändert hat und auch nicht ändern wird. Die Gefahr, baden zu gehen, war ausdrücklich willkommen.
Es waren folglich die Tübinger Studentenverbindungen gegen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts - eine klare zeitliche Zuordnung ist schwierig, weil zu wenig überliefert ist, und/oder sich die Gilde der Stadthistoriker diesem Themenbereich nie zugewandt hat, was ihnen dringend zu empfehlen wäre - die unzweifelhaft als Begründer einer heutzutage nicht mehr wegzudenkenden Touristenattraktion gelten müssen. Niemand sonst könnte in Frage kommen, wenigstens das gilt als sicher.

Vor 50 Jahren völlig unvorstellbar, hätte selbst vor 30 keiner mit dieser dann fast plötzlich einsetzenden Entwicklung in seinen kühnsten Träumen gerechnet. Mitte der 70er Jahre gab es ca. 50 Stocherkähne insgesamt, während jetzt 130 den Neckar bevölkern, mehr allerdings werden es nicht, weil keine neuen Zulassungen vergeben werden.

Rückblick: Als die sog. 68er-Generation in Tübingen sich zwischen Vorlesungen oder konsequent bei schönem Wetter auf der Neckarmauer zwischen Neckarbrücke und Hölderlinturm sonnte, Gott im besten Fall einen guten Mann sein ließ, störten aus ihrer Sicht nur die Stocherkähne und natürlich die, die auf ihnen waren, eben überwiegend Verbindungsstudenten. Man wollte Neues, radikales, aber nichts konservatives, folglich nichts bewahren, denn konservieren bedeutet erhalten, bewahren im Sinne des Wortes.

Die damals noch keineswegs häufigen Touristen aber fotographierten fleißig und begeistert das ihnen idyllisch und friedlich erscheinende Gesamtbild am liebsten mit Stocherkähnen, ohne von den neuen Feindbildern etwas zu ahnen.

Im obigen Bild aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sitzt niemand auf dem Mauer, vielleicht, weil auf dem Neckar einfach zu wenig los war und es nichts besonderes zu sehen gab.

Gegen Ende der 80er Jahre fing der Bürger- und Verkehrsverein auf Wunsch der Stadtbesucher und wegen zunehmender Anfragen, an, bereitwillige Stocherer mit eigenen Kähnen zu suchen, und eine Runde um die Neckarinsel kostenpflichtig anzubieten und hatte eine Goldgrube gefunden. Die Stadt hatte endlich das Potential der Stocherkähne entdeckt und der Tourismus ist in der Zwischenzeit ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor für die Stadt geworden.
Der Stocherkahn hatte seinen Siegeszug angetreten und mit ihm und ursächlich durch ihn fanden immer mehr Touristen hierher. Zuletzt hatte das Jahr 2012 als erfolgreichstes Tourismusjahr für regionale Schlagzeilen gesorgt. Es gab 227.000 Übernachtungen, ca. 2,7 Mio. Besucher der Altstadt und 6 Mio. Touristen im gesamten Raum Tübingen. Die Menschen kommen aus aller Herren Länder in diese weltoffene Stadt. Man nennt sie deshalb auch nach einem Bildband aus den frühen 80er Jahren; die kleine, große Stadt. Es ist keine Übertreibung, die Ansicht zu vertreten, das sowieso bildschöne Tübingen habe durch Stocherkähne eine Attraktion, die es gewissermaßen noch einzigartiger macht.

Heutzutage hat sich aus dem Phänomen ein willkommener Nebenerwerbszweig für einige Studenten und andere entwickelt. Es gibt ein paar wenige, die leben davon - und ohne sie könnten die jährlich steigenden Besucherzahlen nicht bewältigt werden...

Wer in einer Suchmaschine "stocherkahn" eingibt, kann sich scheinbar vor Angeboten fast nicht retten, wenn es jedoch um Termine geht, merkt man schnell, daß an Tagen mit positiver Wetterprognose die Nachfrage öfter höher als das Angebot im Internet ist.

Daher darf man tatsächlich behaupten, daß der Stocherkahn die Wandlung vom Transportmittel zur Freizeitbeschäftigung nun rückwärts erlebt.


...vorerst wenigstens bei den 10 - max.30 %, die ihn komplett, bzw. teilweise für kommerzielle Fahrten nutzen.

Da das Thema Geschichte so offensichtlich nicht zum Ergebnis führt, Nachdenklichkeiten persönliche Ansichten sind, die bekannten Fakten kaum Zusammenhänge liefern, soll ein Ausflug in die Welt der (vermeintlichen?) Anekdote gewagt werden:

Es heißt, irgendwo gäbe es Beweise (Dokumente - anscheinend), die behaupten, oder belegen? der Initiator des Stocherns in Tübingen sei ein Student namens Johannes Keppler gewesen (der weltberühmte Astronom und zeitweilig Tübinger Stiftler schreibt sich mit einem p - damit da keine Verwechslungen aufkommen, würde ja auch nicht ins Jahrhundert passen). Der habe von der Prager Universität nach Tübingen gewechselt und in seinem "Reisegepäck" eine sog. Moldauzille mitgebracht, das wäre damit der erste Stocherkahn gewesen.

Man wird sich nun mit Recht fragen, warum diese Geschichte überhaupt existieren kann, denn wenn sie keinerlei Substanz hätte, warum hat sie sich dann bis heute im Volksmund erhalten können?
Immerhin, auf der Moldau ist Stochern nachweislich erheblich, heißt, um Jahrhunderte älter als in Tübingen.

Die Stadthistoriker sollen bitte vortreten und sich mit der jüngeren Vergangenheit beschäftigen, sie würden dafür sorgen, daß den geschichtsinteressierten Gästen an Bord eine Version und nicht viele erzählt werden, auch die Stadtführer hätten endlich die klare Antwort parat, die sie ebenso brauchen, wie wir Stocherer - und wir alle wären dankbar für Gewißheit.

Wie das Stochern tatsächlich angefangen hat, bzw. wie es nach Tübingen kam, wer es warum eingeführt hat, liegt bis dahin weiterhin im Dunkel der Geschichte verborgen, doch wer eine Tradition zu haben behauptet, muß die Anfänge kennen, kennt er sie nicht, ist nichts tradiert (übertragen) auf ihn, mit fehlenden Fakten ist solch einem Mangel nicht abzuhelfen, der Nährboden schlechthin für eigene Interpretationen, somit mentaler Wildwuchs.
Weil niemand "weiß", gibt es zunehmend als potentiellen Kandidaten Cambrigde zu hören, doch von dort kann es keineswegs gekommen sein, die so genannten Punts haben mit unserer Bootsform überhaupt nichts gemein und schon alleine diese Tatsache dürfte derartige Gedanken zerstreuen, das Offensichtliche ist eben nicht immer das Naheliegende!

Einen Zeitraum kann man allerdings relativ sicher abgrenzen und zwar deswegen, weil die
Studentenverbindungen, Burschenschaften und Corps ihre eigenen Häuser frühestens in der (späten) zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts bauten. In diesen Jahren muß der erste Stocherkahn auf dem Tübinger Neckar zu bestaunen gewesen sein.

Ab wann die Stadt eine zentrale Anlegestelle am Hölderlinturm angeboten und eingerichtet hat, entzieht sich meiner Kenntnis, doch das alleine ist ein erneuter Beweis, wie wenig Aufmerksamkeit man dieser quirligen Gemeinde der Stocherer schenkt, es wäre nur recht und billig, wenn für derartige Fragen die Stadtarchive Auskunft geben könnten, es dürfte alles da sein, nur die Aufarbeitung liegt im argen, als Stocherer jedoch sollte man das wissen können, denn jeder einzelne ist ein Fremdenführer.

Bis dato gibt es jedenfalls keinerlei Grund, den oben erwähnten Johannes Keppler "aus dem Kahn zu werfen", diese Geschichte ist nämlich so schön, daß sie bereits beim Hören Spaß macht.


Tuebingen-Braun-Hogenberg
Tuebingen-Germany
Tuebingen-Strodtbeck
01/11 


 

Einordnung

Stochern, nur in Tübingen?


Nein, ganz klar nein! Die einfachste Form, ein Gefährt im 
Flachwasser vorwärtszubewegen, hat sicherlich tausend
Bezeichnungen weltweit. In Tübingen sagen wir stochern dazu.

Sogar auf dem höchsten See der Welt, dem Titicaca benutzen sie Stangen im Uferbereich, die machen das sogar im Sitzen vom Bug aus.

Eine Stange Holz läßt sich leicht beschaffen. Weitaus komplizierter ist es, ein Ruder zu machen (man braucht dann gleich 2 und Vorrichtungen am Boot, um sie einzuhängen) – ein Paddel herzustellen, bedarf höherer handwerklicher Fähigkeiten, als nach einem geraden Stück runden Holzes entsprechender Länge zu suchen.


Folglich wird im kontinentalen Inland auf Flüssen, Bächen, flachen Seen, in Sümpfen (aber auch in Meereslagunen und Atollen gestochert, in Gewässern, in denen sich die Tiefe ändert, verändert sich die Stocherstange zum Stocherpaddel und Ruder, etc.! Man kennt und kann es weltweit.

Auch in Oxford und Cambridge (den bei weitem nicht einzigen Orten in England, wo Stochern sogar eine Sportart ist) wird gestochert. Allerdings nennen sie es dort punting, wie auch in Christchurch (Neuseeland) was übersetzt stoßen, bzw. staken heißt und nur ein anderes Wort für das Gleiche ist. Die üblichen Punts sind in der Regel deutlich, die Stangen sogar wesentlich kürzer als in Tübingen, die wenigen breiten halten jedoch keinem Vergleich mit den Tübinger Zuladungskapazitäten stand, wobei hiermit dem Artikel über Stochern bei Wikipedia gefahrlos widersprochen werden darf.

Andere, wirklich rechteckige Boote, sind in Mexiko-Citys (Mexiko) noch von den Azteken angelegten Känalen Ziel vieler 
Gestochert wird auch in Mexiko und anderswoTouristen an Wochenenden. Sie ähneln in nichts dem, was wir in Tübingen benutzen, eher schon den "Punts", an dieser Stelle geht es aber um den Antrieb, der ist gleich, interessant jedoch ist bei genauer Betrachtung, daß quasi alle links stochern!.

In Deutschland ist es recht selten zu finden. Das wohl am ehesten bekannte Gebiet, in dem gestochert wird, ist der Spreewald (man stakt, daß staken gleich stochern ist, hat der Stocherkahnverein Tübingen durch freundschaftlichen Austausch mit den Kollegen vermittelt). In Altrheinarmen wird man es sicherlich noch antreffen können, während Mitfahren nur in Tübingen und im Spreewald möglich scheint. In Nagold im Schwarzwald gab es einen Versuch, Stocherkähne einzuführen, wie der ausgegangen ist, wissen wir nicht!

Sollte anderswo gestochert werden, bitte melden. Falls eine Internetseite vorhanden ist, werden wir gerne einen Link einfügen!
 

Einzigartigkeit in Tübingen

Was Stocherkahnfahren in Tübingen wirklich einzigartig macht, ist weniger die verwendete Technik, auch nicht die Kähne, sondern die Stadt selbst und ihre Bilderbuchkulisse, die man vom Neckar aus bestens sieht. Tübingens Stadtmauer nach Süden lag am Neckar, man kann sagen, der Neckar bildete die natürliche Hürde vor ihr.
Auf diesem einst unberechenbaren Fluß, dessen Name keltischen Ursprungs ist und "wilder, unbezähmbarer Stier" bedeuten soll, der mit der Donau den Schwarzwald nach Osten entwässert, kann die Strömung trotz der vielen die Abflußmenge regelnden Wehre heftig werden – auf einem Fluß zu stochern, ist wegen der Strömung eine höhere Anforderung an die Technik, als in ruhenden Gewässern, wie Känalen, Seen etc., ein Hochwasser kann das Stochern unmöglich machen, mit diesen Bedingungen haben wir es in Tübingen zu tun.
Nicht einzigartig, sondern einmalig ist, daß man vom Stocherkahn das topographische Zentrum eines Bundeslandes sehen kann (Baden-Württemberg) und dabei nur ca. 1,5 km vom geographischen entfernt ist -  das kann halt nicht jede Stadt haben, das Schloß Hohentübingen ist das topographische Zentrum Baden-Württembergs und man sieht es vom Stocherkahn aus sehr oft.
Wenn man uns mit unseren zahlenmäßig weit überlegenen Kollegen aller Länder vergleichen will, findet man tatsächlich etwas, was uns von diesen unterscheidet und das ist der Sitzaufbau: Bei uns sitzt man sich gegenüber, hat ein sog. Lehnbrett im Rücken (wie an anderer Stelle bereits erwähnt) und nichts behindert den Dialog, typisch Tübingen könnte man sagen, wo die Gesprächskultur schon immer einen hohen Stellenwert einnahm und wo man auch gerne diskutiert – auf diese Weise ist es problemlos möglich, daß jeder mit jedem auf dem Kahn reden kann, er muß nur den Kopf drehen.
Sowohl in Oxford, Cambrigde, Christchurch, als auch dem Spreewald ist die Sitzordnung um 90° verdreht, man schaut dort entweder vorwärts, oder rückwärts. Somit ist der Stocherer nicht so Teil des Ganzen wie hier, wo er von jedem jederzeit gesehen werden kann, was die Kommunikation und das gemeinsame Erlebnis viel intensiver macht, übrigens auch für ihn.
Wie man sieht, hat stochern nichts mit der Bootsform, sondern ausschließlich mit dem Vortrieb zu tun, man kann eigentlich alles stochern, was soviel Auftrieb hat, daß es wenigstens eine Person trägt!


Beispiele gefällig, wie es anderswo aussieht?

Madagaskar (kleiner geht sicher kaum!)

Cambridge (England)           Christchurch Neuseeland (auf dem Avon)        Okawangodelta, Nilpferdjagd

vorderer Orient?            Asien                     Afrika              Oxford (England)             Spreewald


die Liste wird ständig ausgebaut, auch Ihre Bilder können dabei sein.


Tradition

Stocherkahnrennen

Die Startlinie beim Stocherkahnrennen (stets gut gefüllt)

Jedes Jahr im Juni findet das sogenannte Stocherkahnrennen statt, eine Tradition, die seit 1956 für jede Menge Spaß bei den Zuschauern und eine Überdosis Adrenalin bei den Teilnehmern sorgt.

Das Bild oben zeigt das Geschehen Sekunden nach dem Start. Der Startort war bis 1978 eine Holzbrücke an derselben Stelle, an deren Pfeilern sich die Starter festhalten konnten und die dazwischenliegenden Kähne an ebendenen, bis der Startschuß ertönte - die Ausrichter, die oben standen, achteten pingelig darauf, daß alle auf einer Höhe waren. 

Nachdem ein gewaltiges Hochwasser die o.e. Fußgängerbrücke mit sich gerissen hatte, wurde nicht etwa über eine Änderung des Streckenverlaufs nachgedacht, sondern ein Stahlseil über den Neckar gespannt, das logischerweise eine gebogene Startlinie mit sich bringt, die erste Reihe (denn so breit ist der Neckar nicht), wird vom Heck aus dort gehalten, die zweite muß irgendwie unter dem zurückschnellenden Seit durch, ein klarer Wettbewerbsnachteil. Zum Glück ist das Wasser sehr flach, wer von Bord geht, kann bequem wieder einsteigen, schwimmen muß er nicht. Die Startnummern werden vor dem Rennen ausgelost.

Wo in den Anfangszeiten zwischen 10 und 20 Mannschaften dieses möglicherweise unangenehme Ende s.u. riskierten, fährt heute ein halbes Hundert Kähne um die Wette. Vom gemeinsamen Start an der Fußgängerbrücke oberhalb der B28-Brücke um 14 Uhr, geht es den Hauptarm des Neckars abwärts bis zur Eberhardtbrücke, durch das sog. Nadelöhr – nur der vorne liegende kann die Durchfahrt so genießen, jeder muß rund um den Neckarpfeiler, erneut durchs Nadelöhr, wobei sich natürlich die Fahrtrichtungen der Kähne kreuzen, die einen haben die erste Durchquerung hinter sich, neckarabwärts kommen immer mehr an, fangen an sich aufzustauen, weil so viele eben da nicht gleichzeitig durchgehen können, siehe hier, hier und hier von der anderen Seite und dann den Flutkanal hoch bis zum Ziel an der Eisenbahnbrücke vor dem Ende der Neckarinsel.

Die dabei zurückgelegte Strecke beträgt ca. 2,5 km. Der Erste bleibt immer teilweise weit unter 20 Minuten.
Auf jedem Kahn müssen 8 Personen sein, von denen einer stochert, die anderen paddeln mit den Händen. Der Stocherer darf ausgewechselt werden, aber im Ziel müssen 8 Personen an Bord sein. Es dürfen keine Schöpfmittel mitgenommen werden, wozu früher auch Bierflaschen gehörten, doch so eng sieht man das heutzutage nicht mehr. Vor Jahrzehnten durfte mit Sitz- und Lehnbrettern gepaddelt werden, aber davon hat man bald Abstand genommen - ob die Kähne zu schnell und unkontrollierbar wurden, oder ob zu viele der Bretter verloren gingen im Eifer des Gefechts, kann als Grund der Regeländerung nicht bewiesen werden, vermutlich war aber das zweite der Fall.
Seither ist ihre Mitnahme untersagt, sie bleiben an den Anlegestellen zurück.

Das sind schon alle Regeln, die einzuhalten sind, Fairness hat bei diesem Rennen keinen Platz, jeder kämpft mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln durchaus verbissen um die Positionen. Die erfahreneren Zuschauer sind oben am Ziel beim sog. Bügeleisen, dem Ende der Neckarinsel, von wo aus man den Start gut sehen kann, sie klatschen zwar für den Siegerkahn, Jubel bricht jedoch erst aus, wenn der Verlierer mindestens eine halbe Stunde später einläuft, denn während der Sieger ein Faß Freibier

Siegerehrung auf der Neckar-Insel

von der Stadt bekommt, muß jeder der 8 aus dem Verliererkahn vor Hunderten Zuschauern ein Halbliterglas voll Lebertran trinken, wozu sie das Publikum höhnisch unter den Rufen: "Wir trinken Bier, was trinkt ihr" auffordert.

Seit Jahren sind Zweifel angemeldet worden, ob alles noch mit rechten Dingen zugeht, weil sich die Liste der farbentragenden Verbindungen, die das Rennen quasi mit Ansage verlieren, stets verlängert, seit Fachschaften, Vereine und Private melden - der Verlierer aber richtet das nächste Rennen aus und die Anmeldegebühren gehen in seine Kasse, ein lukratives Geschäftsmodell mit Lebertran davor, könnte man sagen, oder: ein Narr, der schlechtes dabei denkt. Es wird auch gemunkelt, daß man sich "quasi unter sich" keinen halben Liter Lebertran mehr zumutet, sondern ihn mit abgestandenem Bier gleicher Farbe "verlängert", die "Halbe" halbiert, wobei der leichtere Lebertran dann oben steht! ...was zu beweisen wäre! Eine Mutprobe bleibt es ohnehin, die kein Stocherer freiwillig abliefern würde. Lebertran riecht so ekelhaft, daß man sich seine Wirkung auf Magen und Darm in dieser Menge kaum vorstellen kann – ab und zu werden schnell die nächsten Büsche aufgesucht. Im Jahr 2012 gab es einen Eklat weil der Lebertran-Trunk vom Verliererteam abgelehnt und nicht getrunken wurde. 

Kostümiert wird sich auch und das beste Kostüm nimmt ein Spanferkel mit sich, in dieser Hinsicht kann keiner mit der Landsmannschaft Roigel mithalten, die haben quasi ein Abonnement auf den Preis.

Die beliebtesten Zuschauerplätze befinden sich auf der Neckarmauer, die oft schon 2 Stunden vor Rennbeginn "zu" ist, von dort aus kann man die ankommenden Kähne und das "Nadelöhr" perfekt einsehen. Wer zu spät kommt, probiert, auf der Neckarbrücke oder auf dem Steg zur Neckarinsel, unter dem das Nadelöhr ist, ans Geländer zu kommen. Bei ca. 15-20.000 Zuschauern eine Glückssache.

An dieser Engstelle gehen dann schon mal Stangen zu Bruch und Kähne unter, was man sich bei dem Durcheinander nicht anders vorstellen kann und die Zuschauer freut's!.

Wir haben in den Jahren 2007, 2008 und 2009 auch teilgenommen, jedoch weder Freibier, noch Spanferkel erhalten – was wichtiger ist: Lebertran mußten wir ebensowenig probieren und dann wird aus so einem Rennen eine positive Erfahrung. Oft auch fuhren wir den Kamerakahn für den SWR und andere Berichterstatter, was dazu führt, dass man das Rennen quasi doppelt fährt, dabei aber nicht offiziel teilnimmt, weil man dann ja kein Team von Paddlern mit an Bord hat.  


  
   Unsere Kahngemeinschaft vorne mit dabei
      ...durchs Nadelöhr zwischen Neckarinsel und             Neckarbrücke 
(der niedrigsten / engsten Stelle) 

     Weitere Bilder der letzten Stocherkahnrennen:

     http://stocherkahnrennen.com


 

Praxis

Stocherkahnfahrschule

Sie wollen Stocherkahnfahren lernen? Wenn Sie selbst mal ans Steuer möchten finden Sie hier genau
das Richtige – nämlich a
lles was man über die richtige Technik bei Stocherkahnfahrten wissen kann. 

Ein Gast versucht sich als Kapitän (Stocherer) Wir starten den Versuch, Ihnen zu erklären, wie man sich sicher mit dem Stocherkahn auf dem Neckar bewegt, ohne naß zu werden (besser ausgedrückt, ohne baden zu gehen). Das Bild links zeigt vieles davon, wie man es nicht machen sollte.

Wie lenke ich einen Stocherkahn?

Hier muß unterschieden werden, ob man mit oder gegen den Strom fährt.
Mit dem Strom braucht man eigentlich nichts zu tun, aber man kann steuern lernen, die Essenz und das Geheimnis des Stocherns schlechthin. Der Unterschied zwischen Lenken und Stochern ist einfach zu erklären: es gibt ihn nicht! Man lenkt während dem Stochern und stochert beim lenken. Zu kompliziert? Erklärungen sind immer kompliziert und in der Praxis leicht verständliche Sachverhalte in der Theorie schwierig in Worte zu fassen!  Wir müssen an dieser Stelle ein Vorurteil ausräumen: Geradeaus wie auf einer Linie fahren ist mit einem Stocherkahn nicht möglich – kein Profi kann mit einem Stocherkahn perfekt geradeaus fahren, seine Kurven sind allerdings so lang, daß es so aussieht, als ob.

Was also ist dann deren Kunst?

Sie können die Strömung "lesen", sie reagieren blitzschnell und intuitiv auf kleinste Kursänderungen, die sie nicht selbst gemacht haben und steuern gegen, bevor die Wirkung kommt. Ihr Orientierungspunkt ist der Bug, von dem sie kein Auge lassen, auch nicht bei wenig oder keiner Strömung!  Kein Stocherer kann es leiden, wenn Leute am Bug seine Sicht nach vorne, nämlich auf den physikalischen Bug behindern, oder unmöglich machen.
Dazu gehört viel Erfahrung, die nicht vermittelbar ist – aber "das stochern" ist eine keineswegs schwierige Technik, jeder kann es in Kürze und schnell lernen.
Anders formuliert:
Es ist nicht einfach, zu stochern, aber bei guter Erklärung einfacher, als man glaubt - ein guter Lehrer bringt es einem totalen Anfänger, der ein bißchen Motorik mitbringt, in 5-10 Minuten bei. Kräftige Jungs haben meistens größere Schwierigkeiten, als Mädchen oder Frauen, die es halt nicht nötig haben, allen auf dem Kahn zu zeigen, wie stark sie sind. Beim Stochernlernen tastet man sich mit Gefühl heran, jeder nicht rechtzeitig abgebrochene Krafteinsatz führt zu einem noch größeren beim Korrigieren und endet dann oft in den Büschen.

Ein Stocherkahn in der tübinger Neckar Landschaft.
Die einfachste Methode zu lenken ist, wenn man die Stange fast in ihrer ganzen Länge im Wasser läßt.
Sie fungiert auf diese Weise als Ruder nach folgender Faustregel:

Das Ende der Stange (im Wasser) wird nach rechts gedrückt
-> Kahn fährt nach rechts


Das Ende der Stange (im Wasser) wird nach links gedrückt  
-> Kahn fährt nach links 

schaut man nach vorn ist es genau andersrum, dann ist es
wie in jedem anderen Boot mit Ruder!   


Angst vor dem Stochern haben nur die, die es nie probiert haben. Man fällt auch nicht leicht da hinten runter, alles Ammenmärchen. Bei uns ist noch keiner baden gegangen, doch das Risiko hat der allein, der auf die Plattform geht und hängt davon ab, was er eigensinnig umsetzen möchte – wer wirklich nicht hören will, wer mit seinen Aktionen den Kahn samt Passagieren gefährdet, den wird jeder Stocherer "da hinten" wieder runterholen.


Wer unseren Anweisungen folgt, zuhört und lernen will, dem passiert nichts, außer dem Gefühl, etwas vermeintlich unmögliches geleistet zu haben – und das tut gut!!



Planung

Saison

Von Mitte März bis Mitte November

2013 durften erstmals überhaupt die Kähne schon am 15. März zu Wasser gelassen werden, doch aus dem Angebot der Stadt ist nichts geworden ...nicht wegen uns, sondern weil Petrus permanent was dagegen zu haben scheint.
Realistisch ist Ende April, bzw. Anfang Mai.

Die Saison endet Anfang bis Mitte November, kein Stocherkahn darf auf dem Wasser überwintern.


Planung

Pegelstand des Neckars

Alle Pegelstände finden Sie in dem folgenden Diagramm. Wählen Sie bitte erst oben links unter Pegel/Stationsliste den Neckar aus, dann können Sie sich unter  Bildauswahl  neckaraufwärts (zurück) oder neckarabwärts bewegen (vorwärts)), aussagekräftig sind sowieso nur Horb und Kirchentellinsfurt, Horb, weil es der nächste Pegel oberhalb ist und Kirchentellinsfurt der nächste unterhalb von Tübingen, zwischen denen darf man interpolieren  - ansonsten ist danach alles selbsterklärend, selbst für welche, die solche Sachen nicht mögen.

Spielen Sie mit den sog. Radiobuttons unter Daten, also die runden Felder, die man anklicken kann und dann taucht ein schwarzer Punkt im Zentrum auf, es gibt insgesamt 2 davon, nämlich W (steht für Wasserstandshöhe), Q für Abfluß in m³/sek, (das sind Istdaten, die stündlich aktualisiert werden) aber nicht vergessen, darunter werden Quellen angeboten (sind auch "radiobuttons") und die nutzen wir für Planungen und bieten sie hiermit denen an, die mitplanen möchten, es gibt dort die Auswahl zwischen Meßwerten.(ebenfalls Istwerte) und Prognosen.

Die Prognosen sind interessant, beziehen sie sich doch auf Ausgaben richtig teurer Computersimulationsprogramme, die den Meteorologen zur Verfügung stehen, aber perfekt sind die offensichtlich leider trotzdem nicht. Seltsam ist jedenfalls, daß die Vorhersagen fast nie richtig sind, bzw., daß die orange gepunktete Linie meistens mehr Schwarzmalen als Wirklichkeit heißt. Konkret bedeutet das: Es wird nie so schlimm, wie man es als Pessimist interpretieren könnte, außerdem arbeiten die Wehre hervorragend als Puffer.
 

Tübingen hat keinen eigenen Pegel, bei Hochwasser zu stochern verbietet die Stadt in den Anlegebedingungen, sie kann aber Hochwasser ohne Pegel nicht definieren, wir als Stocherer schon, wir riskieren nichts und haben unter uns Leute, die immer genau Bescheid wissen, was sich am Oberlauf tut, wann das Wehr vor der Stadt öffnet, wann also u.U. richtig Wasser abgelassen wird in dem Bereich, wo wir gerade unterwegs sind, wann das untere Wehr auf Durchlauf schaltet - und damit kommen wir prima zurecht.

Wir urteilen anders, für uns gibt es grünes und Braunwasser, das zweitere schließt Hochwasser ein, ist es aber recht selten. Ab und zu kommen wir nicht um die Insel, manchmal legen wir nicht ab, wir fahren nämlich nicht auf Kanälen, sondern in einem bisweilen heftig fließenden Gewässer...

Diese Seite dient deshalb nur dazu, daß Sie sich selbst informieren können, wenn Sie wollen, aber vordringlich soll sie Vertrauen schaffen, denn wir wissen, was wir tun! Wir bedanken uns bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz und Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg für die Online-Bereitstellung ihrer Messdaten.